Boilerentkalkungen:
Die regelmässige Wartung der Wassererwärmer ist hinsichtlich der Funktionstüchtigkeit, der Betriebssicherheit, im Interesse einer langen Lebensdauer, vor allem aber aus hygienischen Gründen ein Muss! Die periodischen Wartungsarbeiten sind von verschiedenen Faktoren wie der Aggressivität des Wassers, dem Härtegrad, der Wasserqualität im Allgemeinen oder der Temperatureinstellung abhängig.
Die gewählte Wassertemperatur hat entscheidenden Einfluss auf die Wartungshäufigkeit!
Wassertemperaturen über 60 °C führen nicht nur zu deutlich grösseren Kalkablagerungen im Wassererwärmer und den Brauchwasser- Leitungen, auch die Aggressivität des Wassers und damit das Korrosionspotential nimmt überdurchschnittlich zu. Diese Umstände und der damit verbundene, verstärkte Abbau der Schutzanoden verlangen wiederum kürzere Wartungsintervalle. Mit der höheren Temperatur steigen auch die Stillstandverluste und damit der Energieverbrauch. Wassertemperaturen unter 55 °C sind hingegen aus hygienischer Sicht zu vermeiden, da sich bei diesen Bedingungen ideale Lebensräume für die im Trinkwasser vorhandenen Bakterien bilden.
Kalkablagerungen beeinträchtigen die Funktionstüchtigkeit!
Kalkausscheidungen können die Funktionstüchtigkeit eines Wassererwärmers entscheidend beeinträchtigen. Sie sind abhängig vom Wasserhärtegrad und der Warmwasser-Temperatur. Je höher die Temperatur und je länger die Aufheizzeit, desto mehr Kalk wird ausgeschieden und auf dem Speicherboden abgelagert. Diese Ablagerungen können mit der Zeit zu einem ansehnlichen Berg heranwachsen, das Heizele- ment umschliessen und dessen Wärmeübertragungsleistung erheblich reduzieren. Nebst längeren Aufheizzeiten muss auch eine Beschädigung des Heizelementes in Kauf genommen werden.
Und wie steht es mit der Hygiene?
Angenommen ein 4-Personen-Haushalt hat einen täglichen Bedarf von 250 l warmem Wasser à 60 °C. Jahr für Jahr werden demzufolge rund 90’000 l Wasser aufgeheizt und im Wassererwärmer für den Verbrauch zwischengelagert. Innerhalb von nur 3 Betriebsjahren strömen gegen 300’000 l Trinkwasser in den Speicher; und mit ihm eine ganze Menge Fremdpartikel wie Sand, Rost, Späne, Schlamm, Kalkablagerungen etc. Die Fremdstoffe lassen sich im sogenannten «Boilersumpf» nieder. Bei längeren Standzeiten kann sich das Wasser auch im untersten Speicherbereich über die Kesselwand erwärmen und damit ein ideales Klima für Bakterien jeglicher Art erzeugen.
Funktionstüchtige Schutzanoden sind die Garanten für eine lange Lebensdauer!
Emaillierte Wassererwärmer haben sich seit Jahrzehnten bewährt und durchgesetzt. Sie bieten einen hohen Korrosionsschutz und bestechen auch in hygienischer Hinsicht. Die in jeder Emaillierung vorhanden Poren sind meist durch kostengünstige und hochwirksame Magnesiumanoden geschützt. Durch die im Speicher stattfindende Elektrolyse oxydiert die Anode und verschliesst mit dem abgetragenen Material die Poren auf galvanischem Weg. Da diese Oxydschicht je nach Aggressivität des Wassers schneller oder langsamer angegriffen und abtransportiert wird, muss die Anode laufend Nachschub liefern. Demzufolge baut die Anode in den ersten Betriebswochen des Wassererwärmers am meisten Magnesium ab. Ist der Grundschutz einmal aufgebaut, beschränkt sie sich auf den Erhalt der vom Wasser angegriffenen Schutzschicht. Ganz abgebaute Anoden verlieren Ihre Wirksamkeit und können die Schutzfunktion nicht mehr aufrechterhalten.